Tuesday, 2. March 2010 |
Stefan Eigenmann über das Dilemma der Monogamie.
Mit der Klage, Ihr Partner oder Ihre Partnerin strebe in der Beziehung nach dem sprichwörtlichen „Fünfer und dem Weggli“, dürften Sie leicht bemitleidende Verbündete finden. Diese Sowohl-als-auch-Strategie geniesst in unseren Breiten einen schlechten Ruf. Unmöglich, widerlich, abscheulich – kurz: eine bodenlose Frechheit.
Viele behaupten zu wissen, worum es geht. Nämlich um die sogenannt „offene“ Beziehung, und die gelingt bekanntlich nie und nimmer. Die Rede ist von der Polygamie. Grässlich - ein absolutes Killerwort! Welcher Mann gibt schon gerne offen zu, sich für Vielweiberei zu interessieren. Oder welche Frau kann es sich erhobenen Hauptes leisten, sowohl das Schlafzimmer mit dem Ehemann teilen zu wollen, als auch gerne gelegentlich einen Liebhaber aufzusuchen.
Dilemma der Monogamie
Wenn ich je einhundert Männer und Frauen, die sich alle im gleichen Raum befinden, danach fragen würde, wer polygam veranlagt sei, dann höbe wohl kaum jemand die Hand. Das wäre schlicht zu bedrohlich. Wenn ich aber danach fragte, wer sich schon einmal in seinem Leben damit auseinandergesetzt habe, dann sähe das Resultat möglicherweise anders aus. Die konkreten männlichen und weiblichen Wahrheiten würde aber nur erfahren, wer die Antworten anonym und unter Einsatz eines Lügendetektors erfasste.
Weshalb ein Lügendetektor? Ich habe von einer Studie gelesen, bei der die Anzahl Sexualpartner im bisherigen Leben von amerikanischen Studentinnen und Studenten erhoben wurde. Unter Beobachtung, also nicht anonym, gaben die Männer einen um 42 Prozent höheren Wert an als die Frauen. Wenn Anonymität bei der Befragung garantiert war, verringerte sich der Unterschied auf 23 Prozent. Bei einem dritten Durchgang, anonym durchgeführt und zusätzlich noch mit einem Lügendetektor, hatten die Frauen auf einmal zehn Prozent mehr Sexualpartner als die Männer. Die Studie kam zu dem Schluss, dass die Frauen sich in den ersten beiden Durchgängen zurückhielten, und die Männer wohl ein bisschen prahlten, um den gängigen Rollenbildern zu entsprechen.
Männer und Frauen sind an Beziehungsformen, die nicht den gängigen gesellschaftlichen Rollenerwartungen unterworfen sind, gleich stark interessiert. Und nicht wenige Paare leiden unter dem Joch der Selbstbeschämung, nämlich zu glauben, die einzigen Exoten weit und breit zu sein. Auch Menschen, die in langjährigen Beziehungen leben, kann es passieren, dass sie sich verlieben und/oder sich sexuell stark von einer anderen Person angezogen fühlen. Das ist menschlich. Die Forderung, solche Gefühle und Empfindungen in jedem Fall zu unterdrücken, oder sie als unreif abzuwerten, greift daher zu kurz.
Neues Verständnis von Partnerschaft
Mich interessieren auch Partnerschaftsmodelle, bei denen sich gelegentliche Affären und feste Beziehung nicht automatisch ausschliessen. Zwar bleibt für viele Paare der Treueschwur auf ewig unantastbar. Daran ist nichts verkehrt. Das gilt aber auch für die Paare, die ihr Entweder-oder-Bündnis mit den Jahren als Sackgasse erleben und für die Betrügen kein Ausweg darstellt. Wer sich nach mehr Lebendigkeit sehnt, muss vielleicht die alte Beziehung sterben lassen. Wer sich mutig auf den Weg der Vielfalt begibt, dem winkt - im Widerspruch zum „Fünfer und dem Weggli“ -, die Stärkung der Einheit als Geschenk. Das brauchen Ihre Eltern ja nicht zu wissen.
Stefan Eigenmann, geb. 1960, in 2. Ehe verheiratet, arbeitet in Bülach (CH) seit 2003 freiberuflich als Einzel-, Paar- und Sexualberater. In seiner ‘Werkstatt für Kontakt & Dialog’ begleitet er Einzelne, Paare, Familien und Gruppen in Krisen- und Konfliktsituationen sowie in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen. Mehr auf Kontaktdialog.chAls lizenzierter The Art of Being®-Lehrer leitet Stefan Eigenmann ausserdem Seminare und Trainings. The Art of Being® ist eine ganzheitliche, vom Tantra inspirierte Lebensschule für Liebe, Intimität und Bewusstsein. Zusammengefasst geht es um die lebenslange Lerneinladung, achtsam mit dem zu sein, was ist. Mehr auf Art-of-being.ch Seit August 2007 erscheint im ‘Tages-Anzeiger’ (Zürcher Unterland) alle zwei Wochen eine Kolumne von Stefan Eigenmann. "Liebe, Lust und Stolpersteine" handelt von (allzu) menschlichen Erfahrungen mit der Liebe und der Lust. |
| Ultrafeel.tv liebt es von dir zu hören - was gefällt dir besser: Monogamie oder polygamie - oder beides? |
|
|

Stefan Eigenmann, geb. 1960, in 2. Ehe verheiratet, arbeitet in Bülach (CH) seit 2003 freiberuflich als Einzel-, Paar- und Sexualberater. In seiner ‘Werkstatt für Kontakt & Dialog’ begleitet er Einzelne, Paare, Familien und Gruppen in Krisen- und Konfliktsituationen sowie in Entwicklungs- und Veränderungsprozessen. Mehr auf 

The unique form of this shower, with the sides slide open and shut, provides a cocoon-like enclosure. The interior is even lit with integrated soft-lighting spots that likewise surround the user on all sides.
Das Schweizer medium Martin Zoller stellt sein neues buch ‘Hellsichtig’ vor.
Welches waren deine letzten grossen erfolge? Wie ist deine trefferquote?
Dies ist nun dein drittes buch, kannst du kurz was über die ersten zwei erzählen?
Christian Kusenbach and Martin Sessler reduced a grill to its design minimum.
It’s a unique symbiosis of an easy to clean stainless steel grill which slides easily and lies on an oxidized scaled steel fire tray. The fire bowl sits upon three basalt stones.
Anthony Paul Moo-Young was born on 29 January 1954 in Port Antonio, Jamaica. In 1969, he moved to the UK and he is presently living in Brixton, London. For many years Anthony worked in London’s ‘West end’ as a street portrait artist. After that he was a painter and a stained glass artist, and later he worked as a teacher at Brixton College. He used to be well known as Tony Moo, but is now affectionately known as Mooji by the many seekers and friends who visit him.